Kurz notiert: Wird wieder glänzen! Stahlkonstruktion am Platz der Synagoge wird noch im Mai gereinigt

Nach Bürger*innenfragestunde am 11. Mai 2026 in der Stadtratssitzung, lässt Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt die Edelstahlkonstruktion am Denkmal am Platz der Synagoge fachgerecht reinigen.

Im Vorfeld schriftlich an die Stadt Göttingen übermittelt und am 11. Mai 2026 in der Stadtratssitzung mündlich gefragt

2. Wann wurde zuletzt die Edelstahlkonstruktion des Denkmals am Platz der Synagoge von Moos und Flechten fachkundig (Dampfstrahl) gereinigt?
2.1. Für wann ist die nächste Reinigung der Edelstahlkonstruktion des Denkmals am Platz der Synagoge beabsichtigt und wie Hoch sind die Kosten?

Antwortete die Oberbürgermeisterin wie folgt (sinngemäss wiedergegeben, es gilt das gesprochene Wort bzw. Protokollierung der Stadt)

Sie bedankt sich für die Frage und das diese im Vorfeld schriftlich übermittelt wurde und teilt mit, dass das die Stahlkonstruktion des Denkmals zuletzt 2020 gereingt wurde und dabei Kosten in Höhe von 9.400 Euro entstanden sind. Zudem teilt die Oberbürgermeisterin mit, dass das der Stahl noch diesen Mai von Moos und Flechte gereinigt wird.

Sichtliche Freude beim fragenden Bürger!

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Aus der Webseite der Stadt Göttingen:

Künstler: Corrado Cagli (1910-1976), Rom

Ort: Platz der ehemaligen Synagoge, Obere- und Untere-Masch-Straße

Objekt: Stahl-/Betonkonstruktion, 1970-1973

Zuständigkeit: Fachdienst Kultur der Stadt Göttingen

Das „Mahnmal Synagoge“ steht dort, wo 1938 in der Reichspogromnacht der neoromanische Bau der Göttinger Synagoge niederbrannte. Nach 32 Jahren städtebaulicher Lücke beauftragte die Stadt Göttingen Corrado Cagli 1970 mit dem Entwurf für ein Mahnmal. Der italienische Künstler mit jüdischen Wurzeln gehörte vor und nach dem 2. Weltkrieg zu den führenden Köpfen im Kulturbetrieb Roms. Seine erste deutsche Retrospektive, die ihn 1970 nach Göttingen führte, zeigte eine große Bandbreite, die von Zeichnungen, Wandteppichen, skulpturalen Objekten bis hin zu monumentalen Fresken des Malers Cagli reichte, aber kein freiplastisches Werk.

Das Göttinger „Mahnmal Synagoge“, das 1973 nach den Vorgaben des kleinformatigen, skulpturalen Modells von Cagli in fünf mal fünf Meter Ausmaß fertiggestellt wurde, behauptet im Gesamtwerk des Künstlers eine Sonderstellung. Was zunächst als lebhaft in den Raum ausschwingende, reine Abstraktion aus Stahlröhren überzeugt, eröffnet beim Nähertreten einen raumhaltigen zentralen Unterbau, der durch Spiegelung der geometrischen Dreieckform zum Davidstern eine symbolische Dimension erhält. Die gesamte räumliche Konstellation der Skulptur ist über dem Grundriss dieses repräsentativen Glaubenssymbols aufgebaut. Cagli, der 1938 nach Amerika flüchten musste, auf amerikanischer Seite als Soldat aktiv gegen den Faschismus kämpfte und der die Befreiung des Lagers Buchenwald miterlebte, gelang es, über der sicheren T-Trägerkonstruktion der stählernen Symbolfigur das gleichschenklige Dreieck aus Stahlröhren in stetiger Verjüngung so übereinander zu schichten, dass nichts – nicht einmal ein Gedanke – in monumentaler Erstarrung verhaftet bleibt. Röhrendreiecke werden 86 Mal gestapelt und 85 Mal in ihrer Kantenlänge verkürzt. Durch eine Verrückung um vier Grad in der Drehachse werden sie scheinbar rotierend um den inhaltlichen Mittelpunkt gelegt. Sie geben der Skulptur ihren Rhythmus und Takt, während der zweifache Richtungswechsel des Aufbaus das gesamte Gebilde zudem noch in pendelhaften Linienschwung versetzt.

Das „Mahnmal Synagoge“ steht dort, wo 1938 in der Reichspogromnacht der neoromanische Bau der Göttinger Synagoge niederbrannte. Nach 32 Jahren städtebaulicher Lücke beauftragte die Stadt Göttingen Corrado Cagli 1970 mit dem Entwurf für ein Mahnmal. Der italienische Künstler mit jüdischen Wurzeln gehörte vor und nach dem 2. Weltkrieg zu den führenden Köpfen im Kulturbetrieb Roms. Seine erste deutsche Retrospektive, die ihn 1970 nach Göttingen führte, zeigte eine große Bandbreite, die von Zeichnungen, Wandteppichen, skulpturalen Objekten bis hin zu monumentalen Fresken des Malers Cagli reichte, aber kein freiplastisches Werk.

Das Göttinger „Mahnmal Synagoge“, das 1973 nach den Vorgaben des kleinformatigen, skulpturalen Modells von Cagli in fünf mal fünf Meter Ausmaß fertiggestellt wurde, behauptet im Gesamtwerk des Künstlers eine Sonderstellung. Was zunächst als lebhaft in den Raum ausschwingende, reine Abstraktion aus Stahlröhren überzeugt, eröffnet beim Nähertreten einen raumhaltigen zentralen Unterbau, der durch Spiegelung der geometrischen Dreieckform zum Davidstern eine symbolische Dimension erhält. Die gesamte räumliche Konstellation der Skulptur ist über dem Grundriss dieses repräsentativen Glaubenssymbols aufgebaut. Cagli, der 1938 nach Amerika flüchten musste, auf amerikanischer Seite als Soldat aktiv gegen den Faschismus kämpfte und der die Befreiung des Lagers Buchenwald miterlebte, gelang es, über der sicheren T-Trägerkonstruktion der stählernen Symbolfigur das gleichschenklige Dreieck aus Stahlröhren in stetiger Verjüngung so übereinander zu schichten, dass nichts – nicht einmal ein Gedanke – in monumentaler Erstarrung verhaftet bleibt. Röhrendreiecke werden 86 Mal gestapelt und 85 Mal in ihrer Kantenlänge verkürzt. Durch eine Verrückung um vier Grad in der Drehachse werden sie scheinbar rotierend um den inhaltlichen Mittelpunkt gelegt. Sie geben der Skulptur ihren Rhythmus und Takt, während der zweifache Richtungswechsel des Aufbaus das gesamte Gebilde zudem noch in pendelhaften Linienschwung versetzt.

Der Platz der Synagoge wird für jährlich stattfindende Gedenkfeiern genutzt.